Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 79
31. März 2015

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

nun liegt er vor, der mit Spannung erwartete Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG). Mitte April wird es hierzu die erste Erörterung geben. Als bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie als Partner im Gesundheitswesen und in der Politik ist der DHPV als Verband eingeladen. Bis November folgen dann die Lesungen, Anhörungen und die Beschlussfassung sowohl zum HPG als auch zum geplanten Verbot der organisierten und gewerblichen Beihilfe zum Suizid. Es ist gut, dass diese beiden Themen zeitlich parallel in den nächsten Monaten sowohl politisch als auch gesellschaftlich intensiv diskutiert werden. Schon die Debatte der letzten Monate hat dazu geführt, dass die Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt sind. Wir freuen uns auf eine intensive Diskussion, die wir aktiv begleiten und gestalten werden.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für ein Hospiz - und Palliativgesetz (HPG)
Charta zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
 

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Ehrenpreis "Wissenschaft" des DHPV
Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung


3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV
Verwendung des DHPV-Logos

4. Veranstaltungen

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für ein Hospiz - und Palliativgesetz (HPG)

Der Referentenentwurf zum geplanten „Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland“ konkretisiert die im November 2014 vorgelegten Eckpunkte. Es folgen (unkommentierte) Auszüge aus dem Entwurf:

• Versicherte haben Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung durch die Krankenkassen.
• Im vertragsärztlichen Bereich werden zusätzliche Leistungen eingeführt, um die allgemeine ambulante Palliativversorgung zu stärken und die Vernetzung der unterschiedlichen Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung zu verbessern. Voraussetzung für die Abrechnung der besonderen medizinischen Leistungen ist eine entsprechende  fachliche Qualifikation.
• Es wird ein Schiedsverfahren zur Beschleunigung von Vertragsabschlüssen zur SAPV etabliert. Zugleich wird klargestellt, dass die SAPV auch gemeinsam mit der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung von den Kassen in Selektivverträgen geregelt werden kann.
• Bei stationären Hospizen für Erwachsene werden künftig 95 statt bisher 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten von den Kassen übernommen. Der kalendertägliche Mindestzuschuss für stationäre Hospize soll von 198,45 Euro (2015) auf 255,15 Euro erhöht werden, das ist eine Steigerung von 7 auf 9 Prozent der monatlichen Bezugsgröße.
• Die Förderung ambulanter Hospizdienste durch die Krankenkassen soll zeitnäher erfolgen (Vorfinanzierungszeit).
• Vollstationäre Pflegeeinrichtungen werden verpflichtet, Kooperationsvereinbarungen mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten abzuschließen. Auch soll die ambulante Hospizarbeit in vollstationären Pflegeeinrichtungen stärker berücksichtigt werden. Sterbebegleitung soll als Bestandteil des Versorgungsauftrages der sozialen Pflegeversicherung ausdrücklich in das Gesetz aufgenommen werden.
• Stationären Palliativeinrichtungen in Krankenhäusern wird gesetzlich das Recht eingeräumt, einseitig gegenüber den Kostenträgern zu erklären, ob sie individuelle Entgelte als besondere Einrichtung vereinbaren möchten.

Am 13. April findet eine Erörterung zum Referendenentwurf statt. Der DHPV ist als Verband dazu eingeladen und wird vorher in einer schriftlichen Stellungnahme an mehreren Punkten Verbesserungsvorschläge einbringen.

Wir bedanken uns bereits an dieser Stelle für die eingegangenen hilfreichen Statements unserer Mitglieder!

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Charta-Aktionswoche in Ostfriesland
Die Versorgung und Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen hat sich in den vergangenen Jahren durch den engagierten Einsatz vieler Menschen und Organisationen auch in Ostfriesland deutlich verbessert. Aber es bestehen Lücken und Schwachstellen. Zu viele Kranke und ihre Angehörigen leiden unnötig, weil sie über mögliche medizinische, pflegerische und menschliche Hilfe nicht ausreichend informiert sind.

Die „Woche der Charta für Ostfriesland“, die vom 22. April 2015 bis zum 29. April 2015 stattfindet, soll dazu beitragen, diese Lücken weiter zu schließen.

Weitere Informationen.

www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Ehrenpreis "Wissenschaft" des DHPV

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. verleiht auch im Jahr 2015 den DHPV-Ehrenpreis "Wissenschaft". Eingereicht werden können Masterarbeiten sowie abgeschlossene und unpublizierte Dissertationen und Habilitationen in deutscher Sprache von Einzelpersonen oder eigenständige, bislang nicht veröffentlichte, wissenschaftliche Werke, die von einer oder mehreren Personen erarbeitet worden sind. Einsendeschluss ist der 31.08.2015.

Weitere Informationen.
Die Ausschreibung als PDF.

Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

Spendenaktion für DHPStiftung
In knapp zwei Monaten startet die Baltic Sea Circle, die nördlichste Rallye des Erdballs. Christian Franke und Dirk Soltwedel nehmen als Team „Lück op jöck“ (Kölsch für „Leute unterwegs“) an der Baltic Sea Circle teil. Jedes Team muss mindestens 750 Euro an Spendengeldern sammeln, die für einen guten Zweck verwendet werden. Das Team „Lück op Jöck“ sammelt deshalb unter anderem für die DHPStiftung.

Weitere Informationen.

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

24.03.2015 - Auch ambulante Hospizarbeit stärker fördern!

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. begrüßt den durch das Bundesministerium für Gesundheit vorgelegten Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG). (Link)


Der DHPV in den Medien

PKV publik 2.2015 - Hospiz – Leben bis zuletzt
Die meisten Menschen wollen ihre letzten Lebenstage zu Hause verbringen. Die ambulanten Hospizdienste haben die Aufgabe, eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung vor Ort zu koordinieren. Erst wenn eine Begleitung in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich ist, erfolgt auf Wunsch der Patienten die Aufnahme im stationären Hospiz. Ein Gastkommentar von Benno Bolze, Geschäftsfürher des DHPV. (Link)


Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (BHA) hat den Schwerpunkt "Kinder- und Jugendhospizarbeit". Lesen Sie u.a. ein Interview mit Liz Volk, die vor 25 Jahren den Deutschen Kinderhospizverein (DKHV) mitgegründet hat, im Gespräch mit Sabine Dartenne, die seit April 2014 dem Vorstand des DKHV angehört. Der nächste BHA erscheint im April mit dem Schwerpunkt „Ambulante Palliativversorgung“. (Link)

Die hospiz zeitschrift zum Leitsatz 3 der Charta zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ist erschienen. Leitsatz 3 fordert, Kenntnisse und Fähigkeiten zu entdecken, zu fördern, zu schulen und weiterzuentwickeln. Denn um Menschen am Lebensende bestmöglich begleiten zu können, brauchen wir geeignete Instrumente. Doch mit einer Aus-, Weiter- oder Fortbildung des Einzelnen ist es nicht getan, das Wissen muss auch in der Organisation an- und aufgenommen und vor allem gelebt werden.

Weitere Informationen.


Verwendung des DHPV-Logos


Die Mitglieder des DHPV haben die Möglichkeit, das DHPV-Logo kostenfrei zu verwenden, z.B. wenn sie bei Neugründungen auf der Suche nach einem geeigneten Logo sind. Das spart nicht nur Geld, weil die Kosten für eine Logoentwicklung entfallen, es hilft der Hospizbewegung auch zu einem möglichst einheitlichen Auftritt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte per Mail an a.hoerschelmann@dhpv.de.

 

4. Veranstaltungen

Workshop des DHPV zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Unter dem Motto „Richtig gut erzählen!“ findet am Montag, 6. Juli 2015 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Berlin der 2. Workshop für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz- und Palliativeinrichtungen statt. Am Morgen der Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltung gibt es kurze Vorträge, die in den Workshops am Nachmittag um praktische Übungen und Fallbeispiele ergänzt und vertieft werden. Außerdem ist ausreichend Zeit für Gespräche, Austausch und Netzwerkarbeit vorgesehen.

Inhalte: Storytelling in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hospizarbeit und Bildsprache.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldefrist ist der 6. Juni 2015. Beachten Sie auch die Hinweise zur Vorabend-Veranstaltung.

Hier finden Sie detaillierte Informationen, den Ablaufplan und das Anmeldeformular in Word und als PDF, Details zum Fotoworkshop und eine Auswahl an Hotels in der Nähe des Veranstaltungsortes.


Weitere Veranstaltunge
n unter Beteiligung des DHPV

44. Internationale Sylter Palliativtage
18. bis 21. April 2015
Weitere Informationen.

Fachmesse Leben und Tod
8. und 9. Mai 2015 in Bremen
www.leben-und-tod.de

Fachtagung des DHPV in Kooperation mit der LAG Hospiz Rheinland-Pfalz
Achtung: Neuer Termin: 18. November 2015 in Mainz
Weitere Informationen folgen.

 
     
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