Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 78
27. Februar 2015

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

nach intensiven Verhandlungen ist es nun gelungen, eine Einbeziehung der Privaten Krankenversicherungen sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes in die Förderung der ambulanten Hospizarbeit vertraglich zu regeln. Wir freuen uns sehr über diesen großen Fortschritt, der zur Stärkung und Verbesserung der Strukturen und Rahmenbedingungen der ambulanten Hospizarbeit beiträgt. Eine große Zahl der  ambulanten Dienste dadurch noch besser sicher stellen, dass schwerstkranke Menschen medizinisch und pflegerisch gut versorgt werden, Nähe erleben und Kontakte pflegen können, dass sie Unterstützung finden und so mit der eigenen Krankheit, ihrem Sterben und dem bevorstehenden Tod nicht allein bleiben. Damit ist diese vor allem auch von den vielen Ehrenamtlichen geleistete Arbeit eine wirkliche Alternative zu Maßnahmen oder Forderungen nach einer vorzeitigen Lebensbeendigung. Die ambulante Hospizarbeit, die eine den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen entsprechende Begleitung und Versorgung gewährleistet, steht für die Solidarität mit Menschen in einer existenziellen Lebenskrise und die Bereitschaft, einen Beitrag zu einem würdevollen Sterben zu leisten.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

§ 39a SGB V
- Beteiligung der PKV sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes an der Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
Neujahrsempfang von DHPV und DHPStiftung
DHPV Ehrenpreise

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Neuer Qualitätsindex für Kinder- und Jugendhospizarbeit (QuinK)
Ausschreibung des vdek-Zukunftspreises 2015
Helmut-Wölte-Preis 2015
Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung


3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

„Richtig gut erzählen!“- Workshop des DHPV zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

§ 39a SGB V

Beteiligung der PKV sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes an der Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V

Im Januar wurden die Verhandlungen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) sowie mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) bezüglich der Einbeziehung der Unternehmen der PKV sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes abgeschlossen.  Das Unterschriftenverfahren bezüglich des Vertrags mit dem PKV-Verband sowie bezogen auf die notwenige Ergänzungsvereinbarung zur Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 2 SGB V konnte am 12.02.2015 abgeschlossen werden.

Der Vertrag zur Einbeziehung der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes konnte ebenfalls konsentiert werden. Für das Inkrafttreten des Vertrags ist insbesondere noch eine Verordnung erforderlich, die derzeit im BMI vorbereitet wird. Mit der Verabschiedung der Verordnung ist nach Mitteilung des BMI zum Ende des ersten Quartals bzw. zu Beginn des zweiten Quartals zu rechnen. Noch nicht geklärt ist die Einbeziehung der für Versicherte der Postbeamtenkrankenkasse sowie der Krankenversicherung der Bundesbahnbeamten (KVB) erbrachten Begleitungen. Hier laufen die Gespräche noch.  

Der DHPV hat vor dem Hintergrund der Neuregelungen eine Handreichung erarbeitet, die auf die zentralen Fragen bezüglich der Umsetzung der Verträge eingeht. Die Handreichung wurde am 13.02.2015 den Landesverbänden/Landesarbeitsgemeinschaften und Überregionalen Organisationen zur Verfügung gestellt.

Neujahrsempfang von DHPV und DHPStiftung

Am 5. Februar 2015 fand in Anwesenheit von über 70 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Verbänden der Hospiz- und Palliativversorgung der Neujahrsempfang des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) statt.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, betonte in ihrem Vortrag: "Die Fragen nach unserem Umgang mit Tod und Sterben rühren an den Kern dessen, was man auch als das ‚Menschenbild’ einer Gesellschaft bezeichnet. In einer solidarischen Gesellschaft müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass sie bis zuletzt die Hilfe und menschliche Begleitung erhalten, die sie wünschen und benötigen. Die Eckpunkte zur ‚Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland’, auf deren Grundlage wir derzeit entsprechende gesetzliche Regelungen erarbeiten, weisen hierfür den Weg."

Im Rahmen des Neujahrsempfangs dankte der amtierende Vorstand auch den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Prof. Dr. Ulrich Bonk, Annesybill Breyer, Susanne Kränzle, Dr. Udo Kratel, Dirk Müller, Ursula Neumann sowie Dr. Erich Rösch.

DHPV Ehrenpreise

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden auch die DHPV-Ehrenpreise verliehen. In der Kategorie Ehrenamt ging er an Marlene Papritz aus Sachsen, in der Kategorie Medien und Öffentlichkeitsarbeit an den Sänger, Autoren und Songwriter Dada Peng. Der Preis in der Kategorie Strukturen und Rahmenbedingungen wurde an den Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und an Dr. Volker Leienbach vom Verband der Privaten Krankenversicherung übergeben.

Weitere Informationen und Laudationes (Link)

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

In den letzten Tagen und Wochen haben zahlreiche Gespräche von Mitgliedern der Charta-Steuerungsgruppe und Geschäftstelle mit Vertretern und Mitarbeitern der Bundesregierung in den verschiedenen Ressorts (BMG, BMFSFJ, BMBF), Abgeordneten des Deutschen Bundestags und zuletzt auch der Länder stattgefunden. Diese Gespräche ergänzen den aktuellen Prozess der weiteren Konkretisierung zur Umsetzung der Charta-Ziele im Rahmen einer Nationalen Strategie. Dieser wird getragen von fünf Arbeitsgruppen mit zahlreichen Unterarbeitsgruppen bezogen auf die fünf Leitsätze der Charta und ihre 15 prioritären Handlungsfelder unter Mitwirkung von mehr als 200 Expertinnen und Experten und mit regelmäßiger Rückkoppelung mit dem Runden Tisch, dem Konsensusgremium der Charta.

www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Neuer Qualitätsindex für Kinder- und Jugendhospizarbeit (QuinK)

Um alle an der Kinder- und Jugendhospizarbeit Beteiligten bei der Reflexion und Weiterentwicklung der täglichen Arbeit zu unterstützen und einen kontinuierlichen und nachhaltigen Prozess der Qualitätssicherung zu ermöglichen, hat ein Forschungsteam der Universität Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. den Qualitätsindex für Kinder- und Jugendhospizarbeit (QuinK) entwickelt. Der QuinK ist als grundsätzliche Orientierungshilfe für die Evaluation und die Weiterentwicklung aller Kinder- und Jugendhospizeinrichtungen zu verstehen und möchte Einrichtungen ermutigen, Qualitätsentwicklung selbst in die Hand zu nehmen und allen Beteiligten ihre individuelle Verantwortung zum Gelingen des Entwicklungsprozesses bewusst machen. Der QuinK ist jetzt im hospiz verlag erschienen.

Ausschreibung des vdek-Zukunftspreises 2015

Unter dem Motto „Pflegekräfte der Zukunft – Ideen und Konzepte für die zukünftige Rolle der Pflegekräfte in der Versorgung“ sucht der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) Konzepte, die innovative Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels für die Arbeit der Pflegekräfte geben. Die besten Konzepte werden mit einem Preisgeld im Gesamtwert von 20.000 Euro prämiert. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 29. März 2015.

www.vdek.com

Helmut-Wölte-Preis 2015

Die Helmut-Wölte-Stiftung für Psychoonkologie schreibt den Helmut-Wölte-Preis 2015 aus. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Stiftung unterstützt durch den Preis Initiativen zur psychosozialen Versorgung von Krebspatienten und ihren Angehörigen, die bei wissenschaftlich fundierter Praxis innovativen, zukunftsweisenden Modellcharakter besitzen. Es werden nur Projekte berücksichtigt, die sich bereits in der Phase ihrer Realisierung befinden. Einsendeschluss ist der 15. März 2015.

www.helmut-woelte-stiftung.de

Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

Verleihung des DHPStiftungspreises in Hamburg
Im Rahmen einer Feierstunde hat Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender der DHPStiftung und des DHPV, den DHPStiftungspreis an den Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (1. Platz) und OMEGA - Mit dem Sterben leben e. V. (3. Platz) übergeben.

Hier geht es zur Laudatio.


Die Verleihung des 2. Preises an das Projekt Street med – Aufsuchende Gesundheitsfürsorge – Sozialdienst Bethel findet am 5. März 2015 in Bielefeld statt.

Der Vorstand der DHPStiftung
Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Vorsitzender des Aufsichtsrat der Osnabrücker Hospiz gGmbH sowie langjähriger Präsident der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, wurde gemäß Satzung in den Vorstand der DHPStiftung berufen. Er ist neben Erich Lange stellvertretender Vorsitzender. Prof. Dr. Winfried Hardinghaus hat neben dem Vorsitz des DHPV auch den der DHPStiftung inne.

Weitere Informationen

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

13.02.2015 - Ehrenpreis des DHPV geht an Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und den Verband der Privaten Krankenversicherung

Die Förderung der ambulanten Hospizarbeit durch die Privaten Krankenversicherungen und die Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes ist nun vertraglich geregelt. Der DHPV vergibt seinen Ehrenpreis in der Kategorie Strukturen und Rahmenbedingungen an Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und an den Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (Link)

10.02.2015 - Kinder- und Jugendhospizarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Hospizversorgung

„Die Kinder- und Jugendhospizarbeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Hospiz- und Palliativversorgung“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit. „Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien brauchen eine besondere Unterstützung der Gesellschaft.“ (Link)

06.02.2015 - Neujahrsempfang des DHPV und seiner Stiftung: Klare Positionen zur aktuellen Debatte über ein Verbot organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid

Am 5. Februar 2015 fand in Anwesenheit von über 70 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Verbänden der Hospiz- und Palliativversorgung der Neujahrsempfang des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) statt. (Link)

Der DHPV in den Medien

12.02.2014 Südkurier
Diskussion zum Thema „Sterben – und helfen?“ am bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit. Vertreter aus Politik, Medizin und Theologie sind mit dabei. Die Mutter eines schwer kranken Jungen schildert ihre Erfahrungen. Viele schwierige Entscheidungen gibt es für betroffene Eltern. (Link)

Deutsches Ärzteblatt, 2015; 112(4)
Palliativmedizin: Medikamente, Pflege und Trost (Link)

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Bundes-Hospiz-Anzeiger mit dem Schwerpunkt "Kinder- und Jugendhospizarbeit" ist erschienen. Lesen Sie u.a. ein Interview mit Liz Volk, die vor 25 Jahren den Deutschen Kinderhospizverein (DKHV) mitgegründet hat, im Gespräch mit Sabine Dartenne, die seit April 2014 dem Vorstand des DKHV angehört. (Link)

Die aktuelle hospiz zeitschrift 2014/4 (62) widmet sich dem zweiten Leitsatz der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen, den Bedürfnissen der Betroffenen und den Anforderungen an die Versorgungsstrukturen. Das nächste Heft zum Leitsatz 3 der Charta erscheint in Kürze. Hier finden Sie Details zur hospiz zeitschrift 2014/4 (62).

4. Veranstaltungen

Workshop des DHPV zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Unter dem Motto „Richtig gut erzählen!“ findet am Montag, 6. Juli 2015 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Berlin der 2. Workshop für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz- und Palliativeinrichtungen statt. Am Morgen der Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltung gibt es kurze Vorträge, die in den Workshops am Nachmittag um praktische Übungen und Fallbeispiele ergänzt und vertieft werden. Außerdem ist ausreichend Zeit für Gespräch, Austausch und Netzwerkarbeit vorgesehen.

Inhalte: Storytelling in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hospizarbeit und Bildsprache.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldefrist ist der 6. Juni 2015. Beachten Sie auch die Hinweise zur Vorabend-Veranstaltung.

Hier finden Sie detaillierte Informationen, den Ablaufplan und das Anmeldeformular in Word und als PDF, Details zum Fotoworkshop und eine Auswahl an Hotels in der Nähe des Veranstaltungsortes.


Weitere Veranstaltungen


Sterben an der Hand, Informationsveranstaltung zur Sterbebegleitung
4. März 2015, Forum am Dom, Osnabrück
Weitere Informationen.

44. Internationale Sylter Palliativtage
18. bis 21. April 2015
Weitere Informationen.

Fachmesse Leben und Tod
8. und 9. Mai 2015 in Bremen
www.leben-und-tod.de

Fachtagung des DHPV in Kooperation mit der LAG Hospiz Rheinland-Pfalz
5. November 2015 in Mainz
Weitere Informationen folgen.

 

 
     
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