Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 65
30. November 2013

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

"Zu einer humanen Gesellschaft gehört das Sterben in Würde. Wir wollen die Hospize weiter unterstützen und die Versorgung mit Palliativmedizin ausbauen." – so ist im Koalitionsvertrag zu lesen, der in der letzten Woche von CDU, CSU und SPD unterschrieben wurde. Damit sind wir der systematischen und nachhaltigen Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ wieder einen Schritt näher.

Auf regionaler Ebene ist diese Unterstützung bereits überwältigend. Kommunen wie Kassel, Koblenz, Fulda und Hanau haben erst kürzlich die Charta unterschrieben und somit erklärt, dass sie unser Ziel, die hospizliche und palliative Versorgung von Menschen am Lebensende flächendeckend zu ermöglichen, befördern wollen. Hinzu kommen viele Unterschriften von Privatpersonen. Die Gesamtzahl der Unterschriften ist auf mittlerweile fast 10.000 angewachsen. Vielen Dank an alle, die den Charta-Prozess auf diese Weise voran bringen.

Entstanden ist die Charta vor dem Hintergrund einer internationalen Initiative, die als Budapest Commitments auf dem 10. Kongress der European Association for Palliative Care (EAPC) 2007 vereinbart wurde. Daher freuen wir uns besonders, dass der DHPV nun ordentliches Mitglied der EAPC ist. Wir werden diese Mitgliedschaft nutzen, um den Austausch von Ideen und Initiativen weiter voranzutreiben und von- und miteinander zu lernen.

Ein Wermutstropfen bei all den guten Nachrichten sind die Klagen gegen Hospize in Hamburg, Hagen und Arnsberg, von denen zurzeit auch in der Presse berichtet wird. Ein Grund für diese Widerstände ist sicherlich, dass das Hospiz vor der Haustür täglich an die eigene Endlichkeit erinnert. Für uns sind diese Vorgänge Ansporn, die Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben und Tod in der Gesellschaft weiter voran zu bringen und in den Alltag zurückzuholen.

In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre,

für den Vorstand
Dr. Erich Rösch
Geschäftsführender Vorstand

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Charta – Fast 10.000 Unterschriften für die bessere Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung - Thema im Koalitionsvertrag
Rechengrößen der Sozialversicherung für 2014
Stellenausschreibung für eine Referentin in der Charta-Geschäftsstelle

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

DHPV Mitglied der European Association for Palliative Care (EAPC)
Nachrichten der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung
- Facebook – von 0 auf (fast)100
- Deutscher Engagementpreis
- Termine Akademie 2013/14

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen
Der DHPV in den Medien
Ausstellung „Ich begleite dich!“

4. Veranstaltungen

 

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Fast 10.000 Unterschriften für die bessere Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Bisher haben 772 Institutionen sowie 8492 Personen die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ unterschrieben. Damit ist das Ziel von 5000 Unterstützern bis zum Jahresende mehr als erreicht. Erst kürzlich haben Kommunen wie Kassel, Koblenz, Fulda und Hanau die Charta unterzeichnet und somit erklärt, dass sie das Ziel, die hospizliche und palliative Versorgung von Menschen am Lebensende flächendeckend zu ermöglichen, voran bringen wollen. Hinzu kommen die zahlreichen Unterschriften von Privatpersonen. Vielen Dank an all diejenigen, die die Charta so zahlreich und tatenvoll unterstützt haben und dies weiterhin tun.

www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

In der Charta-Geschäftsstelle ist die Stelle einer Referentin zu besetzten. Details finden Sie hier. Für Rückfragen stehen Ihnen Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV (030/82007580, b.bolze@dhpv.de), und Heiner Melching, Geschäftsführer der DGP (030/81826885), zur Verfügung.

Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung - Thema im Koalitionsvertrag

Nach einer Initiative der Charta-Steuerungsgruppe in der vergangenen Woche, in der sie sich mit einem Schreiben an die Spitzenvertreter der drei Koalitionsparteien sowie die Verhandlungsführer der  Koalitionsarbeitsgruppen Gesundheit und Pflege sowie Familie, Frauen und Gleichstellung gewandt hatte, ist nun auch der Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung ausdrücklich in den Koalitionsvertrag (Seite 84) aufgenommen worden: "Zu einer humanen Gesellschaft gehört das Sterben in Würde. Wir wollen die Hospize weiter unterstützen und die Versorgung mit Palliativmedizin ausbauen."

In Vorentwürfen waren in der vergangenen Woche Ausführungen zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zunächst nicht enthalten.  Wir begrüßen dies sehr und freuen uns darüber, es ist ein wichtiges Signal für die vor uns liegende Arbeit in der kommenden Legislaturperiode. Herzlichen Dank an alle, die uns dabei unterstützt haben.

Auch ansonsten enthält der Koalitionsvertrag vieles, was uns bei den weiteren Diskussionen sehr helfen wird – im Bereich der ambulanten und Krankenhausversorgung, in der sektorübergreifenden Zusammenarbeit, im Bereich der Pflege, hier besonders auch bezogen auf die Stärkung der kommunalen Verantwortung oder im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements.

Den Koalitionsvertrag finden Sie hier.

Rechengrößen für ambulante und stationäre Hospizarbeit

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 29.11.2013 der Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2014 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2014) zugestimmt. Die Verordnung ist damit rechtskräftig und tritt am 1.01.2014 in Kraft. Die monatliche Bezugsgröße gem. § 18 Abs. 1 SGB IV beträgt entsprechend der genannten Verordnung für das  Jahr 2014: 2765,00 €. Der daraus errechnete €-Betrag für die einzelne Leistungseinheit der ambulanten Hospizdienste gem. § 39a Abs. 2 SGB V steigt auf dieser Grundlage von 296,45€ im Jahr 2013  auf 304,15€ im kommenden Jahr. Im Rahmen der Finanzierung der stationären Hospizarbeit entsprechen 7% der monatlichen Bezugsgröße im Jahr 2014: 193,55€.

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Der DHPV ist 55. Mitglied der European Association of Palliative Care

Bereits beim 13. Weltkongress der European Association für Palliative Care im Mai diesen Jahres hatten die Veranstalter und Verantwortlichen die Bewerbung des DHPV um Aufnahme in den EAPC ausdrücklich begrüßt sowie die Größe unseres Verbandes und die Anzahl der ehrenamtlich für unsere Sache Engagierten hervorgehoben und (siehe DHPV Aktuell Nr. 59 vom 31. Mai 2013). Der DHPV wurde als 55. sog. "kollektives Mitglied" (s.u.)  in die  EAPC aufgenommen. Wir freuen uns auf einen noch intensiveren Austausch mit den anderen Mitgliedern und darauf, auch in Zukunft Ideen und Initiativen zu teilen und voneinander zu lernen.

Die “Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ ist als nationales Projekt auch vor dem Hintergrund einer internationalen Initiative entstanden, die von der EAPC initiiert wurde. Diese so genannten Budapest Commitments wurden auf dem 10. Kongress der EAPC 2007 vereinbart mit dem Ziel, die Betreuung Schwerstkranker und Sterbender zu verbessern.

Die European Association for Palliative Care (EAPC) wurde am 12. Dezember 1988 gegründet. Das Ziel der EAPC ist es, die Hospiz- und Palliativversorgung in Europa zu fördern und die Interessen all jener zu vertreten, die in der Hospiz- und Palliativversorgung arbeiten oder auf wissenschaftlicher, klinischer und gesellschaftlicher Ebene an hospizlichen und palliativen Themen interessiert sind. Seit 1998 ist die EAPC als NGO anerkannt. Aktuell hat die EAPC Einzelmitglieder aus 47 Nationen auf der ganzen Welt  sowie mit dem DHPV nun 55 "kollektive Mitglieder" (nationale Verbände) aus 32 europäischen Ländern. Somit repräsentiert die EAPC viele tausende Menschen, die im Gesundheits- und Sozialwesen sowie als Ehrenamtliche einen Beitrag zur Begleitung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen leisten.

www.eapcnet.eu

Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

Facebook – von 0 auf (fast) 100 in einem Monat
Wie freuen uns über die vielen „Gefällt mir“-Angaben, die unsere Facebook-Seite im letzten Monat bekommen hat. Wir haben sehr viel Spaß daran, dieses Medium zu nutzen, um auf Stiftungs-Projekte sowie Neuigkeiten, Entwicklungen und Initiativen im Hospizbereich, ob regional oder international, hinzuweisen. Wenn Sie noch nicht auf unserer Seite waren, besuchen Sie die Stiftung hier. Der 111. Fan bekommt „mein buch vom leben und sterben“ des Schriftstellers und Songwriters Dada Peng (siehe unser Facebook-Post vom 17. November 2013). Wenn Ihnen die Seite gefällt, lassen Sie es bitte auch andere wissen – wenn nicht, dann geben Sie uns Bescheid.

Engagementpreis
Heute, am 5. Dezember, ist es soweit: Es findet die Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises 2013 statt und wir erfahren, ob wir den Publikumspreis gewonnen haben. Vom 1. Oktober bis 1. November 2013 stand die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung als einer von 15 Finalisten zur Wahl. Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben. Nun heißt es Daumen drücken. Denn mit dem Preisgeld würden wir gerne diese Projekte vorantreiben:

1. Begleitung und Unterstützung von schwerstkranken und sterbenden Menschen am Rande der Gesellschaft: Dazu zählen insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen in der Wohnungs- und Obdachlosigkeit und im Strafvollzug. Die Stiftung bringt die jeweiligen Expertinnen und Experten der Hospiz- und Palliativarbeit mit den Verantwortlichen aus der Politik und Gesellschaft zusammen, um Modellprojekte zu entwickeln und so bundesweit Impulse für eine verbesserte Versorgung und Begleitung der Betroffenen zu geben.

2. Bildungsprojekte: Die Akademie der Stiftung, die DHPAkademie, bietet insbesondere den Mitgliedseinrichtungen des DHPV verschiedene Weiterbildungsangebote an. Eine große Anzahl ehrenamtlicher und hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospiz- und Palliativarbeit hat die kostengünstigen Angebote der DHPAkademie in der Vergangenheit bereits nutzen können.

Veranstaltungen der DHPAkademie

Keine Angst vor Pressearbeit
12. Dezember in Dresden
Anmeldeformular

Workshop „Hospiz macht Schule“
17. und 18. Januar in Düren
Hier finden Sie einen ausführlichen Flyer und das Anmeldeformular.

Für 2014 sind diese Veranstaltung der DHPAkademie geplant*:

„Hospiz macht Schule“ – Ausbildungskurs für Ehrenamtliche
Referentin: Bettina Hagedorn
Dauer: 2 Tage
Zielgruppe: Team von 5 ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen, auch möglich für Einzelpersonen, die bestehende Teams ergänzen.
Termine:
17. und 18. Januar 2014
28. Februar und 1. März 2014
23. und 24. Mai 2014

“Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“
Referentin: Angela Hörschelmann, DHPV, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dauer: 1 Tag
Zielgruppe: Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Vereinen und Einrichtungen, Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben

„Fundraising – Grundlagenseminar“
Referentinnen: Johanna Weymar, Bad Salzungen und Uta Bolze, DHPStiftung
Dauer: 1 Tag
Zielgruppe: Vorstände und Verantwortliche für Fundraising in den Vereinen und Einrichtungen, Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben

„Demenz“
Referentin: Ursula Neumann
Dauer: 1 Tag
Zielgruppe: ehrenamtliche HospizbegleiterInnen

Mit diesen Workshops kommen wir gern zu Ihnen, damit Ihre Mitglieder wohnortnah und kostengünstig diese Angebote nutzen können. Die Kalkulation erfolgt individuell mit dem jeweiligen Kooperationspartner unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten.

„Ethische Fragen am Lebensende“
9. Mai 2014 in Herne in Kooperation mit der Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit im Ruhrgebiet und dem Landesverband NRW
11. Oktober 2014 in Stuttgart in Kooperation mit der Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie und dem Landesverband Baden-Württemberg
* Über fehlende Termine informieren wir baldmöglichst.

In Planung
Fachtag „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“
Termin: 30. Juni oder 7. Juli 2014
Ort: Berlin
Teilnehmeranzahl: max. 45
Kosten: ca.100 Euro


3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen
13.11.2013 Der Trauer Zeit und Raum geben
Der November mit seinen Feier- und Gedenktagen zu Ehren Verstorbener gilt als Trauermonat. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) betont, dass es sich bei der Trauer in der Regel um eine natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen handelt und richtet sich gegen Tendenzen, Trauer grundsätzlich als Krankheit zu klassifizieren und somit zu pathologisieren. Hier geht es zur vollständigen Presseinformation.

DHPV in der Presse

22.10.2013 - Mittelbayerische Zeitung
Dem Abschied Zeit geben: Der November bietet Gelegenheit, die in unserer Gesellschaft verdrängten Themen wie Krankheit, Tod  und  Trauer in den Alltag zurückzuholen. Ein Gastkommentar von Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

10.2013 - FAZ online
Das Recht auf ein Leben in Würde bis zuletzt - „Hospiz“ ist nicht in erster Linie eine Einrichtung, sondern eine Haltung. Im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativarbeit stehen der schwer kranke und sterbende Mensch sowie seine Angehörigen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen. Von Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV (Link).

10.2013 - CNE.magazin Heft 5/2013
Würde am Lebensende - In der Hospizbewegung engagieren sich unterschiedlichste Menschen für eine angemessene Pflege und Begleitung  in der letzten Lebensphase. Von Silja Schwerte. Zu Wort kommt u.a. Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

Ausstellung „Ich begleite dich!“ als Unterstützung für Ihre Öffentlichkeitsarbeit
Die Ausstellung "Ich begleite dich" thematisiert Situationen in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie Erfahrungen und Aufgaben der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospiz- und Palliativarbeit. Einfühlsame, persönliche Texte werden ergänzt durch ausgesuchte Bildmotive.

Als Mittel der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eignet sich die Ausstellung zum einen, um interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Hospizarbeit im Allgemeinen und Ihren Hospizdienst bzw. Ihre Einrichtung im Besonderen zu informieren. Zum anderen ist eine Ausstellungseröffnung immer ein guter Anlass für eine Pressemeldung. Eine gelungene Erwähnung in der lokalen Presse finden Sie in diesem Bericht über die vom Hospizverein Salzwedel organisierte Ausstellung im örtlichen Filmpalast.

Gerne stellen wir Ihnen auch Musterpressematerial zur Verfügung.
Bitte fragen Sie rechtzeitig bei Gabriela Cannizzaro in der Geschäftsstelle des DHPV nach der Verfügbarkeit. Frau Cannizzaro sendet Ihnen auf Wunsch auch gerne das Material für die Pressearbeit zu.

Hier gibt es ausführlichere Informationen.

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen

Einen umfangreichen Veranstaltungskalender finden Sie auf unserer Website. Dort haben Sie als registrierte Nutzerin/Nutzer zudem die Möglichkeit, Ihre Veranstaltung kostenlos und selbstständig bei uns einzustellen.

 
     
  Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V. | Aachener Str. 5 - 10713 Berlin | Tel. 030-82007580
Internet: http://www.dhpv.de | DHPV Aktuell | Veranstaltungen | aktuelle News | Impressum