Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 59
31. Mai 2013

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,
 
auch in unserem aktuellen Brief ist die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zentrales Thema. Die Zahl der Unterstützer der Charta steigt weiter. Im Moment sind es 636 Institutionen und nahezu 2800 Personen, die sich mit ihrer Unterschrift für die Ziele der Charta – d.h. für die Auseinandersetzung mit den existenziellen Phänomenen Sterben, Tod und Trauer vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung chronisch unheilbarer Erkrankungen, des demografischen Wandels sowie sich ändernder gesellschaftlicher Strukturen – stark machen.
Das sind viele, aber nicht genug. Unser Ziel soll es sein, 5000 Unterschriften bis Ende des Jahres zu sammeln. Hierzu bedarf es zum einen der kontinuierlichen Interessenvertretung gegenüber der Politik. Nur so können wir die Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in unserem Sinne vorantragen. Deshalb freue ich mich, dass Anfang Juli das 1. Forum "Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland" stattfinden wird. Auf dem Weg der Charta zur nationalen Strategie wird es hier darum gehen müssen, konkrete Projekte vor allem im Bereich der Regelversorgung voran zu bringen.
Zudem ist die internationale Vernetzung des DHPV von großer Bedeutung. Die hohe Akzeptanz unserer Arbeit haben wir auf dem 13. Weltkongress der European Association für Palliative Care erfahren, wo Veranstalter und Verantwortliche unsere Bewerbung um die Aufnahme in den EAPC ausdrücklich begrüßt sowie die Größe unseres Verbandes und die Anzahl der ehrenamtlich für unsere Sache Engagierten hervorgehoben haben.
An dieser Stelle noch ein Hinweis in eigener Sache: Wir freuen uns, dass Angela Hörschelmann als neue Mitarbeiterin des DHPV seit dem 1. Juni 2013 in der Geschäftsstelle für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Lesen Sie Weiteres unter Internes.
 
Ihre
Marlene Rupprecht, MdB
Vorstandsvorsitzende des DHPV


Inhaltsübersicht

Aus aktuellem Anlass - Anmerkung zum Hochwasser

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Von der Charta zur Nationalen Strategie

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC)
Die Prager Charta
Der DHPV und die DHPS auf der Messe „Leben und Tod“ in Bremen
Nachrichten der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

3. Neues aus Presse

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Einbeziehung des DHPV

5. Internes

Einsendeschluss DHPV-Statistik
Neue Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Aus aktuellem Anlass - zum Hochwasser

Auch wenn Berlin und die Geschäftsstelle des DHPV nicht vom Hochwasser betroffen sind, so sind wir doch in diesen Tagen in Gedanken bei den Hospiz- und Palliativdiensten und -einrichtungen, die von der Flut betroffen sind. Sollte es für den DHPV und die Stiftung des DHPV möglich sein, den betroffenen Mitgliedseinrichtungen zu helfen, wollen wir Sie gern unterstützen. Wenn Sie Hilfe benötigen, lassen Sie es uns wissen und zögern Sie nicht, direkt Kontakt zur Geschäftsstelle des DHPV aufzunehmen.

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Von der Charta zur Nationalen Strategie

Drei Jahre nach Veröffentlichung der Charta im September 2010 gibt es nun einen entscheidenden weiteren Schritt im Charta-Prozess: Die Charta wird nun zu einer Nationalen Strategie weiter entwickelt werden, d.h. mit Unterstützung der Politik sollen die in der Charta formulierten Ziele konkretisiert und Schritt für Schritt umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang sei an den Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin erinnert, die bei einem Treffen im Juli 2012 der damaligen Vorstandsvorsitzenden des DHPV, Dr. Birgit Weihrauch, ihre Unterstützung für die Entwicklung einer solchen Nationalen Strategie zugesichert hatte.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Annette Widmann-Mauz hatte in der letzten Sitzung des Runden Tisches am 26. April 2013 zugesagt, hierzu unter Federführung des BMG ein Forum für die Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland einzurichten, das sich etwa zweimal im Jahr treffen, konkrete Projekte und Vorhaben beraten und deren Umsetzung voranbringen soll.
Ziel des Forums wird zunächst vor allem der Transfer palliativen und hospizlichen Handelns in die Regelversorgung sein. Die Auftaktveranstaltung wird am 4. Juli stattfinden.

Zahlreiche Projekte, die inzwischen als Charta-Projekte aufgenommen wurden, belegen das große Engagement vieler, am Umsetzungsprozess mitzuwirken. Nahezu 3500 Organisationen und Einzelpersonen haben zwischenzeitlich die Charta unterzeichnet und damit ihre Unterstützung signalisiert. Auch Ihre Unterstützung ist uns wichtig! Die Unterzeichnungs-Formulare sowie weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

Empfehlungen zur Ausgestaltung der SAPV für Kinder und Jugendliche konsentiert

Der DHPV ist gemeinsam mit der DGP darüber erfreut, dass es im Ergebnis intensiver Gespräche, die in den letzten Monaten von DGP und DHPV mit dem GKV-Spitzenverband geführt wurden, gelungen ist, "Empfehlungen zur Ausgestaltung der Versorgungskonzeption der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) von Kindern und Jugendlichen" (Empfehlungen) zu konsentieren. In § 37b SGB V, in der Richtlinie des G-BA sowie in weiteren gesetzlich geregelten Grundlagen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist festgelegt, dass bei der SAPV den besonderen Belangen von Kindern und Jugendlichen Rechnung zu tragen ist. Die Details der konsentierten Empfehlungen finden sind hier.

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

13. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC)

Vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 fand in Prag der 13. Weltkongress der European Association for Palliative Care statt. Unter dem Motto „Palliative Care –the right way forward“ tauschten sich mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu neuen Entwicklungen in der Hospiz- und Palliativarbeit aus. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Stellung und Bedeutung des Ehrenamtes für die Arbeit mobiler und stationärer Hospize und bei der multiprofessionellen Palliativversorgung. Die Organisatorinnen und Organisatoren begrüßten ausdrücklich die Bewerbung des DHPV um Aufnahme in den EAPC als die eines Verbandes, der sich durch seine Größe und seine leistungsstarken Strukturen sowie durch die hohe Zahl engagierter Ehrenamtlicher auszeichnet. Einen ausführlichen Bericht über den Kongress von Prof. Dr. Ulrich Bonk finden Sie in der nächsten Ausgabe des Bundes-Hospiz-Anzeigers.

Die Prager Charta

Die Prager Charta, initiiert durch die European Association for Palliative Care (EAPC), die International Association for Palliative Care (IAHPC), die Worldwide Palliative Care Alliance (WPCA) und Human Rights Watch (HRW), fordert weltweit die Regierungen dazu auf, Leid zu lindern und den Zugang zur Palliativversorgung als Menschenrecht anzuerkennen.

Hier geht es zur Prager Charta.

Hier können Sie die Petition unterzeichnen.

Der DHPV und die DHPS auf der Messe „Leben und Tod“ in Bremen

Die Vorsitzende des DHPV, Marlene Rupprecht, MdB, nahm an der Podiumsdiskussion im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Messe „Leben und Tod“ in Bremen teil. DHPV und DHPStiftung (DHPS) waren mit einem Informationsstand neben weiteren Landesverbänden vertreten. http://www.dhp-stiftung.de/aktuelles_detail/items/2013-05-17_Stiftung_Messe-Leben-und-Tod.html

Franz Müntefering, MdB und Mitglied des Stiftungsrats, hielt eine sehr persönliche und einfühlsame Rede, verbunden mit einem vehementen Statement für ein Leben und Sterben in Würde. http://www.dhp-stiftung.de/aktuelles_detail/items/2013-05-22_Franz-Muentefering-berichtet-von-eigenen-Erfahrungen.html

Nachrichten aus der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

DHPStiftungspreis 2013 ausgeschrieben
Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung prämiert mit der Ausschreibung des DHPStiftungspreis 2013 Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung kultursensibler Hospiz- und Palliativarbeit in den Kommunen erfolgreich beigetragen haben. Weiterhin kennzeichnet die Projekte, dass die Mitwirkung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von zentraler Bedeutung ist.
Bewerbungen sind ab sofort bis zum 15. September möglich.
Bitte nutzen Sie ausschließlich den Bewerbungsbogen.
Die ausführliche Ausschreibung und die Bewerbungsrichtlinien können Sie hier nachlesen.
 
Besuch in der JVA Werl
Sterben in Würde – im Strafvollzug; schließt sich das per se aus? Wie kann auch in Justizvollzugsanstalten der Sterbeprozess begleitet werden? Mit diesen Fragen haben sich bereits vor einiger Zeit Michael Skirl, Leiter der JVA Werl und Joe Bausch, Arzt in dieser JVA, intensiv auseinander gesetzt. Bei einem Besuch des Stiftungsvorstands in der JVA wurde intensiv diskutiert, welche Impulse die Hospizbewegung geben kann. http://www.dhp-stiftung.de/aktuelles_detail/items/2013-05-29_Besuch-in-der-JVA-Werl.html
 
Angebot des Verbundes der Feuerbestatter
Der Verbund der Feuerbestatter, der die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützt, bietet an, dass Hospizgruppen im Rahmen der Ausbildung der Ehrenamtlichen die Krematorien besuchen können und die Mitarbeiter für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Weitere Informationen erhalten Sie in der Geschäftsstelle der DHPS.
 
Hospiz im Sozialisationsraum von Kindern und Jugendlichen /Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage
Viele Hospiz- und Palliativdienste haben bereits Kontakte verschiedenster Art und Qualität zu Kindergärten, Schulen, Kirchengemeinden und anderen Institutionen, die Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit machen. Die Arbeitsgruppe der DHPAkademie lädt diese Dienste dazu ein, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Ziel ist eine Bestandsaufnahme bestehender Konzepte und Materialien. Zudem soll in Erfahrung gebracht werden, welche Probleme und welcher Unterstützungsbedarf in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bzw. den Institutionen auftreten. Der Fragebogen kann bei Uta Bolze (u.bolze@dhp-stiftung.de)  im Stiftungsbüro abgefordert werden. Frau Bolze steht auch für weitere Fragen gern unter 030 82 00 758 16 zur Verfügung.
 
Hospiz macht Schule in Hannover
Am 7. und 8. Juni fand der erste Workshop „Hospiz macht Schule“ der DHPAkademie im Diakoniewerk Kirchröder Turm in Hannover statt. Unter der Leitung Bettina Hagedorns qualifizierten sich fünfzehn Frauen und Männer, um an Grundschulen die Projektwoche „Leben und Sterben als miteinander verbunden erfahren“ durchführen zu können. Zitat einer Teilnehmerin: „Ich warte gespannt auf die Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden.“ Zwei Tage, die angefüllt waren mit sehen, hören, singen, tanzen, gestalten….
Neugierig geworden? Bei Interesse wenden Sie sich gern an Uta Bolze (u.bolze@dhp-stiftung.de oder 030 82 00 758 16 im Stiftungsbüro.
 
Einladung Workshop „Demenz“ Berlin
Demenz wird das große Thema unserer Gesellschaft werden. Es hat schon jetzt Auswirkungen auf unser soziales Miteinander und auf die Gestaltung unseres Alltags mit den Betroffenen. Statistische Erhebungen gehen davon aus, dass in Deutschland zur Zeit ca. 1,2 Millionen Menschen dementiell erkrankt sind. Im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen ergeben sich für Angehörige und ehrenamtliche Hospizbegleiter häufig Unsicherheiten, Fragen und Ängste, oft Hilflosigkeit und nicht selten auch Wut oder Zorn. Im Workshop „Demenz“ sollen Wege gefunden werden, um zu den Betroffenen eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, Nähe und Geborgenheit zu vermitteln und so einen Zugang zu ihrer ganz eigenen Welt zu finden.
Referentin: Ursula Neumann, Vorstandsmitglied der DHPStiftung und ausgewiesene Silviahemmet-Trainerin.
Neugierig geworden? Lesen Sie weiter im Flyer zum Workshop "Demenz" und melden Sie sich bis zum 1. Juli zum Workshop in Berlin an!
Alle Veranstaltungen der Deutschen Hospiz- und PalliativAkademie finden Sie unter den Fortbildungsangeboten.

3. Neues aus der Presse

Die hospiz zeitschrift - Fachforum für Palliative Care, Heft 56, erscheint in Kürze. Unter dem Schwerpunkt Hospiz und Gesellschaft geht es um die Hospizbewegung als Bürgerbewegung, deren zentrales Anliegen es von Anfang an war, würdiges Sterben zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Die Autorinnen und Autoren gehen der Frage nach, inwieweit ihr dies gelungen ist, und wo sie heute steht.

Der Bundes-Hospiz-Anzeiger, Heft 3/2013 ist in Arbeit. Schwerpunkt ist die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. So berichtet Paul Herrlein über das integrative Konzept ambulanter Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder im Saarland und Marcel Globisch über die Chancen in der Zusammenarbeit zwischen ambulanten Kinderhospizdiensten und Leistungserbringern der SAPV.
Prof. Dr. Ulrich Bonk berichtet über den 13. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC) und Dr. Birgit Weihrauch über die nächsten Schritte der Charta auf dem Weg zur nationalen Strategie.

Pressemitteilungen des DHPV finden Sie auf der Internetseite des DHPV unter Aktuelles/Presse.

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Einbeziehung des DHPV

10 Jahre Waldbreitbacher Hospizstiftung
22. Juni 2013, Waldbreitbach
 
Charta-Veranstaltung des Diakonischen Werkes Oderland-Spree e.V.
25. Juni 2013, Straußberg, Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle

"Von der Charta zur Nationalen Strategie"
11. September 2013, Berlin
Weitere Informationen

8. Fachtagung Palliative Geriatrie
11. Oktober 2013, Berlin
Weitere Informationen
 
 
20 Jahre Hospizbewegung Düren-Jülich, Festakt
12. Oktober 2013, Düren
Weitere Informationen
 
 
5. Deutsches Kinderhospizforum
8. November 2013, Essen
 
 
97. Aachener Hospizgespräch
15. November 2013, Stolberg bei Aachen
Weitere Informationen


Einen umfangreichen Veranstaltungskalender finden Sie auf unserer Website. Dort haben Sie als registrierte Nutzerin/Nutzer zudem die Möglichkeit, Ihre Veranstaltung kostenlos und selbstständig bei uns einzustellen.

5. Internes

Einsendeschluss DHPV-Statistik

Die Auswertung der DHPV-Statistik für ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize für das Jahr 2012 hat begonnen. Wir möchten Sie bitten, die Dokumentationsbögen an die Geschäftsstelle des DHPV zu übersenden. Einsendeschluss ist der 28. Juni 2013. Später eingesandte Bögen können bei der Auswertung leider nicht berücksichtigt werden.

Neue Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Am 1. Juni 2013 hat Angela Hörschelmann als Mitarbeiterin für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim DHPV begonnen. Nach der Tätigkeit als Krankenschwester studierte sie Kulturwissenschaft mit den Schwerpunkten Kulturgeschichte des Körpers, Wissenschaftsgeschichte der Medizin und Disability Studies. Als freie Fachjournalistin hat sie u. a. für die Aktion Mensch und das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft zum gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit, Behinderung, Tod und Sterben gearbeitet. In den letzten zwei Jahren hat sie die Pressearbeit des DRK in Hessen verantwortet.

 
     
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