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Die Hospiz-Zeitschrift 57

Komplementäre Therapien und Hospiz

Die Hospiz-Zeitschrift
Ausgabe 57
2013/3

Gehört komplementäre Medizin ins Hospiz? Wenn wir klar darstellen, was komplementäre Medizin im Hospiz kann und was sie vor allem nicht kann, dann sind komplementäre Therapien eine sinnvolle undwohltuende Ergänzung zum hospizlichen Angebot. Dem Leben nicht mehr Tage, aber den Tagen mehr Leben geben; dieser Ausspruch von Cicely Saunders, der heute mancherorts als Verbesserung der Lebensqualitätbezeichnet wird, gilt auch für die Möglichkeiten der komplementären Therapien.
Wir wünschen Ihnen eine gute Lesezeit.

Inhalt

hospiz wissen

Konzeptionelle Berührungsstellen zwischen komplementärmedizinischen Ansätzen und Hospizarbeit / Palliative Care
Claudia Wenzel

Was machen Sie eigentlich, ist das Streicheln oder haben Sie magische Hände? Craniosacrale Therapie
und Achtsame Berührung in der Begleitung Sterbender
Marie Wortberg

Tiere als Begleiter - Tiergestützte Interventionen in Kinder- und Jugendhospizenengagieren
Eileen Schwarzenberg

"Guten Abend, Gut` Nacht" - Musiktherapie in Palliative Care
Marlies Sobotka, Patrick Simon, Iris Zoderer, Gerhard Tucek, Claudia Wenzel


hospiz praxis

Hospiz in Praxis
Ulrike Schmid

Wagnis Kunsttherapie - Verborgenes gestalten - Lebensspuren finden
MarIna Susanne Schick

Yoga für Menschen mit Demenz?
Bettina Kraft

Therapeutic Touch (TT) in der Palliativpflege
Renate Wallrabenstein


hospiz gespräch

Im Verstorbenen und im Trauernden in erster Linie einen Mitmenschen erkennen
Ein Gespräch mit Barbara Rolf
Ulrike Schmid

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Jahrzehnten haben komplementärmedizinische Ansätze einen weltweiten Boom erfahren. Komplementäre Behandlungsmethoden werden dabei nicht nur von chronisch- und schwerkranken Menschen verstärkt nachgefragt, sondern immer häufiger auch in der palliativen Betreuung von Menschen, die sich in der letzten Lebensphase befinden, genutzt. Seit den 1960er Jahren geht in Großbritannien die Entwicklung der Hospizbewegung mit einem wachsenden Interesse an komplementären Ansätzen einher, seit den 1990er Jahren gibt es einen stetigen Anstieg der Inanspruchnahme von komplementären Therapien in Palliative Care, wie auch die „Prince of Wale`s Foundation for Integrated Health“ (2003) feststellt: „Supportive and palliative care services are leading the way in the provision of complementary therapies for patients and their carers”. Die Orientierung an einem ganzheitlichen Menschenbild sowie an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen bilden konzeptuelle Berührungsstellen zwischen komplementären Ansätzen und Hospizarbeit /Palliative Care. So stellen Hospizarbeit und Palliative Care nicht nur Schlüsselbereiche für die Anwendung von komplementären Verfahren dar, sondern erweisen sich auch als zentral, wenn es um Forschung in diesem Feld geht. Die Fachartikel der Ausgabe 3/2013 Nr. 57 beschäftigen sich mit komplementären Therapieformen die sowohl national als auch international in Hospizarbeit und Palliative Care weit verbreitet sowie durch (evidenzbasierte) Forschung evaluiert sind. Allen diesen Therapieformen ist gemein, dass sie einerseits einer mehrjährigen (institutionell bzw. akademisch) fundierten Ausbildung und andererseits in der konkreten Anwendung einer Haltung bedürfen, in der interdisziplinäre Teamarbeit sowie ein achtsamer Umgang mit den betroffenen Menschen und ihren An- und Zugehörigen im Vordergrund steht. In diesem Sinne möchte vorliegende Ausgabe der hospizzeitschrift einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis für die Komplexität einzelner komplementärer Verfahren und deren Anwendungsmöglichkeiten, vor allem als Ergänzung zur konventionellen Medizin, liefern.

Ihre Claudia Wenzel