Aktuelles > Unsere Medien > hospiz zeitschrift > Die Hospiz-Zeitschrift 56
Die Hospiz-Zeitschrift 56

Hospiz und Gesellschaft

Die Hospiz-Zeitschrift
Ausgabe 56
2013/2

Die Hospizbewegung war und ist eine Bürgerbewegung; sie kam aus der Mitte der Gesellschaft um würdiges Sterben wieder zurück in die Gesellschaft zu bringen. Doch ist es ihr gelungen? Wo steht sie heute? Mit diesem Thema haben sich unsere AutorInnen und Interview-PartnerIn auseinander gesetzt und haben das Thema facettenhaft betrachtet.
Wir wünschen Ihnen eine gute Lesezeit.

Inhalt

hospiz wissen

Wissen und Erfahrungen zu Hospiz und Sterben Persönliches Erleben öffnet die Augen
Marlene Rupprecht

Vom Entweder-oder zum Sowohl-als auch - Hospizbewegung, Hospizkultur und gesellschaftlicher Wandel
Werner Schneider / Stephanie Stadelbacher
 
Der eigenen Sterblichkeit probeweise begegnen - Warum Menschen sich in der Sterbebegleitung engagieren
Swantje Goebel
 

hospiz projekt

Wohnstätten als Orte zum Sterben?
Palliative Care in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung

Stephan Kostrzewa / Arif Sayim

hospiz gespräch

Menschenrechtsbewegung und zivilgesellschaftliche Aufgabe
Ein Gespräch mit Annelie Keil

Karin Caro

In einigen Jahren wird man nach den Ehrenamtlichen schreien
Ein Gespräch mit Reimer Gronemeyer

Karin Caro

hospiz praxis

Hospiz in Praxis
Ulrike Schmid

Musiktherapie auf der Palliativstation
Margarete Schnaufer

Berührung von Herzen – die rhythmischen   Einreibungen nach Wegman /Hauschka
Hermann Glaser

Wenn die Zeit sich neigt– eine FährFrau begleitet bei Abschied, Tod und Trauer
Sabine Brönnimann
 
Der letzte Wunsch - von Menschen am Rande
Petrus Ceelen
 

hospiz forum

Zum Umgang mit Kranken und  Sterbenden muslimischen Glaubens
Irka-Christin Mohr

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Hospizbewegung kann als eine der erfolgreichsten Bürgerbewegungen der modernen Gesellschaft gelten. Sie ist in deren Mitte angekommen, sowohl verankert in den Strukturen des Gesundheitssystems als auch präsent im öffentlichen Diskurs und ebenso im Bewusstsein der Menschen. Die in dieser Ausgabe der hospizzeitschrift  versammelten Beiträge und Interviews widmen sich unter dem Motto „Hospiz und Gesellschaft” ausgewählten Themen und Problemfeldern, die mit dieser „Erfolgsgeschichte” verbunden sind: Dem Wissen um Sterben und Tod in der Bevölkerung, in dem der Begriff „Hospiz” mittlerweile seinen ihm gebührenden Platz gefunden hat (Rupprecht); den aktuellen Diskussionen rund um die zukünftige Entwicklung von Hospizkultur und Hospizarbeit im Zwiespalt von  zunehmender Professionalisierung und gleichzeitiger Basisverankerung als Bürgerbewegung (Keil, Schneider/Stadelbacher); der besonderen Bedeutung ehrenamtlichen Engagements in der Hospizbewegung und dessen Motivation (Goebel); bis hin zum Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden muslimischen Glaubens (Mohr) oder einem – exemplarisch an einem Projekt erläuterten – Palliative Care-Konzept in und für Wohnstätten in der Behindertenhilfe (Kostrzewa) sowie der vor allem am Thema Demenz aufscheinenden grundlegenden Frage, wie wir zukünftig mit dem „4. Lebensalter” und der immer größer werdenden Gruppe der Hochaltrigen (Gronemeyer) umgehen werden.
Hinter all diesen Aspekten und Fragen steht letztlich im Kern die von Dörner, Gronemeyer, Heller, Keil u. a. diskutierte Frage danach, welche „Sorgekultur” aktuell und in Zukunft anzustreben ist  und welche Bedeutung dabei der Hospizbewegung zuzukommen hat. Wie kann soziale Verantwortung nicht nur im abstrakten Wissen z.B. um die Folgen des demographischen Wandels verankert, sondern auch und vor allem im konkreten alltagspraktischen Aufeinander-bezogen-Sein von „Du und Ich” im Sinne eines „gelebten Wir” verwirklicht werden? – und zwar in einer zunehmend heterogener werdenden und umfassend individualisierten Gesellschaft, die den Einzelnen unhintergehbar zum eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Gestalter seines je eigenen Lebens bis zum Lebensende macht. Damit ist die große gesellschaftliche Herausforderung benannt, der sich die Hospizbewegung aktuell und in Zukunft zu stellen hat und an deren Bewältigung sie hoffentlich entscheidenden Anteil haben wird.

Ihr Werner Schneider