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Laudatio zu Ehren von Martin Schulz

von Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV

Man sieht nur mit dem Herzen gut! Dieses Wort des Kleinen Prinzen möchte ich gern an den Anfang meiner Laudatio stellen.

Dieses Wort passt - denke ich - sehr gut zu unserem diesjährigen Preisträger des Kreativpreises des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands. Sie werden gleich hören, warum. Es ist mir eine besondere Freude mit dem Kreativpreis einen jungen Mann auszeichnen zu dürfen, der uns mit seinem Engagement für die Hospizarbeit beeindruckt.

Lieber Martin Schulz, ich freue mich, dass Sie zu uns gekommen sind, um diesen Ehrenpreis entgegenzunehmen.

Martin Schulz unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit des ambulanten Hospiz- und Kinderhospizdienstes in Bad Salzungen in Thüringen. Dort hat er auch am Kurs zur Vorbereitung auf die Arbeit als Ehrenamtlicher im Rahmen der Hospizarbeit teilgenommen. Aufgrund einer schweren Erkrankung ist Martin Schulz seit seiner Kindheit erblindet. Er lässt sich durch seine Blindheit und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht entmutigen und kann dadurch ein Vorbild für viele Menschen sein.Martin Schulz hat nach seinem Schulabschluss als Jugendlicher in einem Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte das Herstellen von Laubsägearbeiten erlernt. Seit 2009 fertigt er in liebevoller Handarbeit, Engel, Herzen und Sterne an. Die Koordinatorinnen des Hospizdienstes nennen sie „kleine Lichtbringer in dunkler Zeit“ und verschenken Sie an sterbende und trauernde Menschen, oder sie fahren als Beschützer in den Autos der Haupt- und Ehrenamtlichen mit. Auch Pflegende und Ärzte haben manchmal die Unterstützung eines Engels nötig und viele dieser Geschenke gehen an Sponsoren, Freunde und Förderer der Hospizarbeit.

Martin Schulz wünscht sich, dass die Engel Segen, Liebe und Kraft schenken.

Auch mit Kindern kann man über diese Engel ins Gespräch kommen. Z. B. wenn das helle Holz, aus dem der Engel gefertigt wurde, an einer Stelle dunkel gefärbt ist: Dann kann das eine Erklärung sein für die Tumorerkrankung des Vaters - so wird es aus dem Hospizdienst berichtet.

Martin Schulz lebt nach einem Zitat von Roosvelt in dem es heißt: „Tu, was du kannst, mit dem was du hast, wo immer du bist.“

Das ist aller Ehre wert durch unseren Verband. Aber auch bereits vor unserer heutigen Preisverleihung ist Martin Schulz schon geehrt worden: 2014 war er für den 2. Thüringer Engagementpreis nominiert und ging dort als Gewinner in der Kategorie Jugend hervor. Sicher muss ich nicht erklären, wohin er das Preisgeld weitergegeben hat: natürlich an den Hospizdienst. Ein Jahr später folgte die Nominierung für den Deutschen Engagementpreis, wo Martin Schulz zur Wahl beim Online-Voting um den Publikumspreis stand. Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, Sie bei diesem Voting zu unterstützen. Wenn es auch nicht der erste Platz geworden ist, so war es dann doch der 7. Platz von 400 Teilnehmern.
Ich möchte neben der Hilfe für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen und neben der finanziellen Unterstützung für den Hospizdienst in Bad Salzungen noch auf einen weiteren wichtigen Punkt Ihrer ehrenamtlichen Arbeit hinweisen: Es sind Ihre Geschichte und Ihr Engagement, die dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit mehr über die Hospizarbeit und über den Einsatz ehrenamtlich engagierter Menschen erfährt. Menschen, ohne die die Hospizarbeit nicht möglich wäre.
Es ist uns eine große Freude, dass Sie heute bei uns sind und wir freuen uns, dass wir auch Ihre Familie und Mitarbeiter des Hospizdienstes aus Bad Salzungen begrüßen können.

Lieber Herr Schulz, wir wünschen Ihnen, dass Sie weiterhin so gut mit Ihrem Herzen schauen können, wie es der kleine Prinz sagt. Verbunden mit diesem Wunsch möchten der  Deutsche Hospiz- und PalliativVerband und ich ganz persönlich Ihnen für Ihren beeindruckenden Einsatz für die Hospizbewegung danken. Der Dank geht auch an alle Menschen in Ihrem Umfeld, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen.

So möchte ich Ihnen nun den Ehrenpreis überreichen. Wir freuen uns sehr, dass Sie uns Ihre handwerklichen Arbeiten mitgebracht haben und ich darf verraten, dass auch die anderen Preisträger des Abends mit einem Engel von Herrn Schulz geehrt werden.

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