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Laudatio zu Ehren des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe

von Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV

Das Anliegen der Hospiz- und Palliativarbeit und damit des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands ist es, die Strukturen eines würdevollen Sterbens und die damit zusammenhängenden Rahmendbedingungen zu verbessern. Allerdings: Ohne das Engagement anderer Akteure in Politik und Gesellschaft wäre das nicht möglich. Aus diesem Grund ehrt der DHPV mit dem Preis in der Kategorie Strukturen und Rahmenbedingungen Menschen, die sich hier regional und/oder bundesweit nachdrücklich einsetzen.

Ich habe es bei meiner Begrüßung bereits gesagt: Wir blicken auf ein ereignis- und ergebnisreiches Jahr zurück, das geprägt war von gesellschaftlichen und politischen Diskussionen und Entscheidungen zum Verbot der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid und natürlich zum Hospiz- und Palliativgesetz. Mit Ihnen, sehr geehrter Herr Gesundheitsminister, wollen wir heute den Mann ehren, der diese Gesetzgebungsverfahren auf den Weg gebracht und das Hospiz- und Palliativgesetz maßgeblich gestaltet hat.

Es ist diesem Gesetz zu verdanken, dass die Hospizarbeit und Palliativversorgung in Deutschland eine ganz wesentliche Verbesserung erfahren wird. Schwerstkranke und sterbende Menschen werden vor allem von der Stärkung der ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung profitieren. So sollen Versorgungsanforderungen für die Palliativpflege getroffen und die Kooperation zwischen allen an der Versorgung Beteiligten verbessert werden – denn: Hospiz- und Palliativarbeit ist Netzwerkarbeit. Das gilt auch für Ärztinnen und Ärzte: Für sie werden zusätzlich vergütete Leistungen eingeführt, allerdings müssen sie jetzt bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen und sich an der Netzwerkarbeit beteiligen.

Für ambulante Hospizdienste sieht das HPG eine zusätzlich Förderung von Sachkosten vor. Das entlastet die ambulanten Hospizdienste und bringt mehr Sicherheit in der Finanzierung. Mit dem HPG werden jetzt außerdem Begleitungen der ambulanten Hospizdienste, die ausschließlich im Krankenhaus erfolgen, bei der Berechnung der Förderung berücksichtigt. Hinzu kommen in Ergänzung zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung die Regelungen zur allgemeinen Palliativversorgung, die ganz entscheidend sein werden für eine umfassende und flächendeckende Versorgung der Betroffenen.

Immer mehr Menschen sterben in stationären Pflegeeinrichtungen. Diese sollen ihre Bewohner jetzt über die medizinisch-pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase beraten und ihnen Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung aufzeigen. Das umfasst neben der palliativ-pflegerischen Versorgung auch die hospizliche und seelsorgerische Begleitung.

Noch erwähnt sei die bessere Finanzierung der stationären Hospize, wo der Zuschuss der Kranken- und Pflegekassen sowie der kalendertägliche Mindestzuschuss der Krankenkassen angehoben wurden. Ganz wichtig in diesem Bereich ist auch die Festlegung, dass zwischen den Vertragspartnern der Rahmenvereinbarung zusätzlich Standards zum Leistungsumfang und zur Qualität der zuschussfähigen Leistungen vereinbart werden sollen.

Auch wenn ich meinen kurzen Abriss hier enden lasse, so machen diese Beispiele deutlich, wie sehr das HPG die Hospizarbeit und Palliativversorgung stärken und in Zukunft beflügeln wird. Zusammen mit dem Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung setzt das HPG damit ein deutliches Zeichen für eine Kultur der Wertschätzung gegenüber kranken und sterbenden Menschen und hilft dabei, das zentrale Anliegen der Hospiz- und Palliativarbeit schneller zu erreichen: dass jeder Mensch, unabhängig von seiner zugrunde liegenden Erkrankung, der persönlichen Lebenssituation oder vom Versorgungsort, eine qualitativ hochwertige palliative und hospizliche Behandlung und Begleitung erhält.

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister, für das Hospiz- und Palliativgesetz, das auf Bundesebene Strukturen und Rahmenbedingen für die Hospizarbeit und palliative Versorgung schafft, möchten wir Sie heute mit dem DHPV Ehrenpreis auszeichnen. Wir freuen uns auf die Umsetzung des Gesetzes und auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Hause – zum Wohle schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen.

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