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Laudatio zu Ehren von Marlene Papritz

von Dr. Anja Schneider, Stellv. Vorsitzende des DHPV

Die Hospizbewegung entstand durch das Engagement und den Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft und auch heute ist das ehrenamtliche Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit unersetzbar. Hierfür bedarf es auch junger Menschen, die bereit sind, sich in der hospizlichen Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen zu engagieren. Es ist mir daher eine besondere Ehre, den diesjährigen Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands an Marlene Papritz überreichen zu dürfen. Mit ihr zeichnen wir eine Persönlichkeit aus, die sich schon früh für schwerstkranke und sterbende Menschen eingesetzt hat und somit für eine neue Generation Ehrenamtlicher steht.

Frau Papritz ist seit September 2000 ehrenamtliche Hospizhelferin. Mit ihren 22 Jahren war sie damals die jüngste Helferin im ambulanten Hospizdienst Zittau. Ihre erste Sterbebegleitung war eine an Leukämie erkrankte 17jährige junge Frau. Seitdem hat sie viele schwerstkranke und sterbende Menschen begleitet und stellt so sicher, dass diese Menschen Nähe erleben und Kontakte pflegen können, das sie Unterstützung finden und so mit der eigenen Krankheit, ihrem Sterben und dem bevorstehenden Tod nicht alleine bleiben. In der aktuellen Debatte um die Beihilfe zum Suizid wird immer wieder deutlich, dass ein ‚Ich möchte nicht mehr leben’ in aller Regel heißt ‚Ich möchte so nicht mehr leben’. Der verbreiteten Angst vor Schmerzen und Apparaten, vor dem Alleinsein und davor, anderen zur Last zu fallen, begegnen ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen wie Frau Papriz, indem sie sich die Zeit nehmen, um auf diese Ängste der Menschen in der letzten Lebensphase einzugehen. Frau Papritz steht somit für die Solidarität mit Menschen in einer existenziellen Lebenskrise und die Bereitschaft, einen Beitrag zu einem würdevollen Sterben zu leisten.

2001 absolvierte sie während ihres Studiums zur Diplom Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin ein Praktikum im ambulanten Hospizdienst Zittau. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema „Das Leben von Eltern tödlich verunglückter Kinder“.

Nach dem Befähigungskurs zur ehrenamtlichen Hospizhelferin hat sie sich stetig weiter qualifiziert, so etwa im Bereich Palliative Care für psychosoziale Berufsgruppen und bei der Schulung zur Referententätigkeit nach dem Celler Modell. Diese Fortbildungen hat sie selbst finanziert. Inzwischen leitet Frau Papritz selbst Kurse für Ehrenamtliche.

Ehrenamtlich engagiert war Frau Papritz auch beim Aufbau des ersten ostsächsischen Hospizes in Herrnhut, das 2007 eröffnet wurde und bis heute das einzige stationäre Hospiz in Ostsachsen ist. Frau Papritz ist Initiatorin des Benefizlaufes für die Hospizarbeit in der Oberlausitz, der 2014 bereits zum achten Mal stattfand. Durch ihre fröhliche Art begeistert sie große und kleine, alte und junge und auch behinderte Menschen Jahr für Jahr für diesen Lauf.

Den Ehrenpreis nimmt stellvertretend Frau Dr. med. Sylvia Schneider, Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V. entgegen, da Frau Papritz heute leider nicht hier sein kann. Wir verbinden mit der Verleihung des Ehrenpreises an Frau Papritz unseren Dank und unsere Anerkennung an eine junge und doch schon seit fast 15 Jahren engagierte Persönlichkeit, verbunden mit der Hoffnung, dass es ihr viele Menschen gleich tun.

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