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Laudatio zu Ehren von Dr. Claudia Wenzel

von Prof. Dr. Rochus Allert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats

Heute, für das Kalenderjahr 2012, wird Frau Claudia Wenzel für ihre Dissertation ausgezeichnet mit dem Titel „’Heil sterben’ - Zur Bedeutung alternativer Ansätze für eine ganzheitliche Begleitung Sterbender in Hospizarbeit und Palliative Care“ eingereicht bei der Alpen-Adria Universität Klagenfurt/Wien/Graz.

Der DHPV hat auf Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats diese Arbeit unter zahlreichen Arbeiten ausgewählt und hält sie in besonderer Weise für auszeichnungswürdig. Frau Wenzel liefert mit ihrer Dissertation, den theoretischen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation schwerstkranker Personen. In einer qualitativen Untersuchung erforscht Frau Wenzel die bestehende Praxis der Anwendung und Verbreitung alternativer und komplementärer Behandlungsformen in stationären Hospizen der Bundesrepublik. Sie arbeitet deren Wert und Wirkung für Hospizgäste, Mitarbeiter und den, den Schwerkranken nahe stehenden, Personen nachvollziehbar heraus. Mit alternativen Behandlungsformen sind hier Elemente gemeint wie Aromatherapie oder Atemtherapie.

Es wird wissenschaftlich belegt, dass es gerade die komplementären Verfahren als spezieller und zusätzlicher Baustein in der ganzheitlichen Begleitung sind, die entscheidende Ressourcen und Unterstützung für alle am Sterbeprozess Beteiligten bieten. Sie sind vielfach in der Lage, Betroffenen einen besonderen oder zusätzlichen Zugang zu inneren mentalen, emotionalen und spirituellen Erfahrungsdimensionen zu eröffnen. Diese Herausarbeitung von Wert und Möglichkeit der Eröffnung dieses Erfahrungszuganges durch Frau Wenzel geschieht keinesfalls unkritisch; es wird auch auf mögliche Gefahren hingewiesen, nämlich des möglichen Missverständnisses als Wunderheilmittel zu gelten. Gegen ein solches Missverständnis wendet sich auch der Titelausdruck des „heil“ Sterbens, demzufolge es darum geht, Leiden so weit wie möglich zu lindern und Sterben für die Beteiligten möglichst „heil“ werden zu lassen; hierfür bieten komplementäre Behandlungsformen – richtig eingesetzt und integriert in der Hospizpraxis – einen hilfreichen Ansatz.

Der wissenschaftliche Wert der Arbeit von Frau Wenzel liegt also zunächst darin, ein bislang viel zu wenig beachtetes Feld thematisiert und wissenschaftliches Neuland betreten und bearbeitet zu haben. Komplementäre und alternative Angebote werden, intersubjektiv belegt, als zusätzliche und äußerst wichtige Elemente einer ganzheitlichen Hospizbegleitung herausgestellt. Der Nachweis ist gelungen auf der Grundlage einer systematischen Herangehensweise.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Frau Wenzel hat sich wissenschaftlich in besonderer Weise um die bundesdeutsche Hospizbewegung verdient gemacht; ihre mit der Dissertation gezeigte Leistung hat sie in hohem Maße als Nachwuchsforscherin für die Verleihung des Ehrenpreises Wissenschaft des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes empfohlen. Sehr geehrte Frau Wenzel, Ihnen heute herzlichen Glückwunsch und für die Zukunft weiterhin viel Erfolg, persönlich wie in Wissenschaft und Forschung!

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