Aktuelles > Öffentlichkeitsarbeit > Ehrenpreise > 2010 > Interview mit Andrea Berg

Interview mit Andrea Berg

Anlässlich des diesjährigen Welthospiztages hat die Sängerin, Andrea Berg, am 8.10.2010 für ihre besonderen Verdienste in der Hospiz- und Palliativarbeit den Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) in der Kategorie ‚Medien und Öffentlichkeitsarbeit’ verliehen bekommen. Die Schlagersängerin hat die Gründung des Krefelder Hospizes entscheidend mitinitiiert. Sie unterstützt darüber hinaus die Hospizarbeit vor Ort durch ihren persönlichen Einsatz bei schwerstkranken und sterbenden Menschen. Zudem hilft Frau Berg, das Thema aus der Tabuzone zu holen und in sensibler Weise mit diesem Thema öffentlich umzugehen. Sie macht damit nicht nur in der Hospizbewegung, sondern gerade auch außerhalb der Hospizbewegung Mut, sich mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Die Laudatio ist auf der Internetseite des DHPV nachzulesen.

DHPV: Sehr geehrte Frau Berg, Sie haben den Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes in der Kategorie ‚Medien und Öffentlichkeit’ erhalten. Was bedeutet Ihnen der Preis?

Andrea Berg: Ich freue mich natürlich sehr über den Preis und gerade die Kategorie „Medien und Öffentlichkeit“ verdeutlicht doch auch, dass mir die Menschen zuhören und der Hospizbewegung ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit schenken. Daher werde ich diesen Weg auch in Zukunft mit der notwendigen Sensibilität und Ernsthaftigkeit verfolgen, damit über dieses Thema weiterhin öffentlich gesprochen wird.

DHPV: Vor Ihrer Künstlerkarriere haben Sie als Krankenschwester auf einer Intensivstation gearbeitet. Heute sind Sie ein Schlagerstar, der einem Millionenpublikum bekannt ist und riesige Konzertsäle füllt. Sind das nicht sehr gegensätzliche Entwicklungen in ein und demselben Leben?

Andrea Berg: Früher als Krankenschwester habe ich einzelne Menschen gepflegt, indem ich sie angefasst und berührt habe. Heute stehe ich auf einer Bühne und berühre die Seelen der Menschen mit meiner Musik. Daher finde ich auch, dass ich meinen Beruf eigentlich nie wirklich verlassen habe.

DHPV: Wie kann man das verstehen, wenn Sie sagen, dass Sie die Menschen pflegen wollen? Und was bedeutet das für Ihr Engagement in der Hospizarbeit?

Andrea Berg: Ich lebe in einer Großfamilie. Wir sind 14 Personen, die unter einem Dach wohnen. Keiner ist in dieser großen Gemeinschaft allein. Mein Umfeld erdet mich, ich habe den Eindruck, angekommen zu sein. Von diesem Glück möchte ich auf der Bühne erzählen und auch den Gästen im Hospiz, die ich besuche. Ich möchte den Menschen die Hoffnung geben, dass keiner am Ende alleine ist.

DHPV: Wie sieht Ihr Engagement im Hospiz konkret aus? Wie kann man sich das vorstellen?

Andrea Berg: Ich bin oft im Hospiz in Krefeld vor Ort, begegne todkranken Menschen hautnah und weine mit den Angehörigen. In erster Linie geht es vor allem darum, dass unsere Patienten unsere Gäste sind und wir ihnen die Berührungsängste vor dem Tod nehmen wollen. Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen in einem harmonischen und schmerzfreien Umfeld Abschied nehmen können.

DHPV: Seit vielen Jahren unterstützen Sie die Hospizarbeit und begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen. Frau Berg, was wünschen Sie sich für die Hospizarbeit in der Zukunft?

Andrea Berg: Für mich ist entscheidend, was das Sterben uns lehren will. Wir müssen begreifen, dass das Sterben ein natürlicher Teil des Lebens ist. Meine wichtigste Botschaft an die Menschen ist: „Lebe jeden Tag so als ob morgen dein Letzter wäre“.

DHPV: Sehr geehrte Frau Berg, wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen alles Gute.

Zurück