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Laudatio zu Ehren von Andrea Berg

von Dr. Birgit Weihrauch

Es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen, sehr geehrte Frau Berg, heute den Ehrenpreis des DHPV  verleihen zu dürfen. Und es freut mich ganz besonders, dass Sie die Zeit gefunden haben, den Preis persönlich entgegen zu nehmen.

Frau Berg muss man an dieser Stelle eigentlich gar nicht vorstellen, Sie ist aufgrund ihrer künstlerischen Leistung seit Anfang der 90er Jahre einem Millionenpublikum in Deutschland bekannt: Zahlreiche Alben und Konzerte, viele bekannte Lieder sind mit ihrem Namen verbunden. Aber nicht dafür wird die Künstlerin heute ausgezeichnet. Vielmehr gibt es noch einen zweiten, der Öffentlichkeit weit weniger bekannten Werdegang: den in der Hospizarbeit.

Vor ihrer Karriere als Sängerin war Frau Berg als Krankenschwester auf einer Intensivstation tätig. Gerade Intensivstationen sind Orte, an denen man erfährt, dass das Sterben und der Tod sich nicht immer vermeiden lassen - und was es manchmal bedeutet, dies um jeden Preis tun zu wollen. Sterben und Tod und das damit verbundene Leid gehören zum Leben – dieser ureigenste Gedanke aus der Hospizarbeit ist auch die Botschaft und der Motor für das Engagement von Frau Berg in der Hospizbewegung. Dank ihrer Popularität transportiert sie diese Botschaft bei öffentlichen Auftritten an ihre vielen Fans, die dadurch erfahren, dass Sterben und Tod uns alle angehen. Damit hilft Frau Berg, das Thema aus der Tabuzone zu holen und in sensibler Weise mit diesem Thema öffentlich umzugehen. Sie macht damit eben nicht nur in der Hospizbewegung, sondern gerade auch außerhalb der Hospizbewegung Mut, sich mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen.

Frau Berg engagiert sich aber auch darüber hinaus ganz persönlich in vielfältiger Weise in der Hospizarbeit in Krefeld. 1999 konnte das Krefelder Hospiz am Blumenplatz mit sechzehn Zimmern eröffnet werden. Die Idee dazu kam wesentlich auch von Andrea Berg, und sie hat die Gründung dieses Hospizes, etwa durch die Organisation von Benefizveranstaltungen, entscheidend mit initiiert. Seitdem unterstützt Frau Berg die Hospizarbeit vor Ort durch ihren persönlichen Einsatz bei schwerstkranken und sterbenden Menschen. Hier, in der direkten Beziehung zu den schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen, baut Frau Berg sensibel und vertrauensvoll enge Beziehungen zu den Menschen auf.  

Sehr geehrte Frau Berg, durch Ihren sensiblen Umgang mit Sterben und Tod und ihr vielfältiges Engagement haben Sie großen Anteil daran, die Hospizidee in unserer Gesellschaft weiter zu verankern und die Bedingungen für ein Sterben in Würde zu verbessern. Sie haben für uns alle, die in der Hospizarbeit tätig sind, Vorbildfunktion. Im Namen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands und auch ganz persönlich möchte ich mich sehr herzlich für Ihr vielfältiges Engagement in der Hospizarbeit bedanken.

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