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Laudatio zu Ehren von Dr. Gustava Everding

von Dr. Birgit Weihrauch

Es ist mir eine große Ehre, heute Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Everding, den Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands verleihen zu dürfen. Sie haben die Hospizarbeit in Deutschland und im Land Bayern wesentlich geprägt und gefördert.

Frau Dr. Gustava Everding ist von Hause aus Ärztin, doch nach einer 15-jährigen Familienpause ging sie nicht zurück in Ihren erlernten Beruf, sondern entschloss sich zur Ausbildung als Kommunikationstherapeutin, ein Beruf, in dem sie bis heute in der Katholischen Ehe-, Partnerschafts-, Familien- und Lebensberatung arbeitet.

Ab 1963 bekleidete Frau Dr. Everding viele Ehrenämter. Insbesondere die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen war und ist ihr ein großes Anliegen. Durch persönlichen Kontakt mit Dr. Cicely Saunders wurde Ihr die Notwendigkeit eines engen Miteinander von Ehrenamt und hauptberuflicher Tätigkeit in der Hospizarbeit deutlich. Von Anfang war für sie die Hospizbewegung das Dach, unter dem – im Sinne des notwendigen integrativen Ansatzes - die Palliativmedizin, die Palliativpflege, die psychosoziale Begleitung und die Spiritualität gleichwertig und gleichberechtigt miteinander und nebeneinander arbeiten.

Seit 1985 engagierte sich Frau Dr. Everding ehrenamtlich in der Hospizarbeit in Deutschland und wirkte ganz entscheidend in der Aufbauphase der Hospizbewegung mit. In München baute Sie den bereits im Jahre 1985 gegründeten ersten deutschen Hospizverein, den Christophorus Hospiz Verein (CHV), zum größten und mitgliederstärksten Hospizverein in Deutschland aus.

Auf Bundesebene war Frau Dr. Everding neben Pfarrer Pera in Halle zweite Vorsitzende der damaligen Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (heute DHPV) und trat vehement für die Schaffung einer Dachorganisation ein, der alle Hospiz- Ländervertretungen angehören sollten. Heute ist dies längst Realität geworden.

Von 1991 bis 2001 war Frau Dr. Everding Vorsitzende des Christophorus Hospiz Vereins in München. 1997 hatte sie entscheidenden Anteil daran, dass, nach knapp zehn Jahren Verhandlung die erste Palliativstation in einem städtischen Münchner Krankenhaus eröffnet wurde. Finanziell unterstützt wurde die Arbeit der Palliativstation durch den Christophorus Hospiz Verein, der neben 12 ständigen Hospizhelferinnen auch zwei Personalstellen, das Brückenteam zur Abklärung aller Aufnahmeanfragen, stellte.
1999 konnte Frau Dr. Everding ihre Vision einer Hospizakademie mit der finanziellen Unterstützung der deutschen Krebshilfe verwirklichen. Hier konnten Ärzte, Pflegekräfte und Sozialpädagogen eine anerkannte Weiterbildung in Palliative Care absolvieren. Heute ist die Akademie der Ludwig-Maximilian-Universität München, dem Klinikum Großhadern angegliedert.
Für die Hospizbewegung in Deutschland ist Frau Dr. Everding eine Frau der ersten Stunde, die die Entwicklungen ganz entscheidend mitbestimmt und Weichen gestellt hat. Frau Dr. Everding erhielt etliche hohe Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz und die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber und Gold, die Sie stellvertretend für alle, die sich in der Hospizbewegung engagieren, entgegennahm. 

Heute möchte Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Everding, der Deutsche Hospiz - und PalliativVerband mit der Verleihung seines Ehrenpreises sehr herzlich danken und Ihr außerordentliches Engagement für die Hospizarbeit in Deutschland würdigen - Vielen Dank.

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