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Laudatio zu Ehren von Doris Dörrie

von Dr. Birgit Weihrauch

Es ist für mich eine besondere Ehre, heute Frau Doris Dörrie den Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands verleihen zu dürfen. Vielen Dank, dass Sie, sehr geehrte Frau Rizzi, und Sie, Frau Loder, den Preis heute Abend stellvertretend für Frau Dörrie entgegennehmen. Frau Dörrie kann leider nicht bei uns sein, da Sie mitten in Dreharbeiten zu Ihrem neuen Film steckt.

Eigentlich muss man Dories Dörrie nicht vorstellen: Aber erlauben Sie mir doch, ein paar Worte zu Frau Dörrie zu sagen. Doris Dörrie gehört zu den führenden Regisseurinnen und Autorinnen des deutschen Films. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Schauspiel in den USA, kehrte Sie 1975 zurück nach München und studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen, an der Sie heute als Professorin für angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung tätig ist.
Ihr Kinofilm „Männer“ aus dem Jahre 1985 machte Sie schlagartig auch international bekannt. Viele bekannte Filme folgten. Der Film aber, der uns in besonderer Weise bewegt hat, ist der letzte Film von Doris Dörrie, „Kirschblüten - Hanami“. In ihm werden die Themen Tod und Trauer auf wunderbare Weise thematisiert. Der Film zeigt, dass Trauer Menschen verbinden und „der Tod sehr lebendig machen“ kann. Er ist ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion in einem immer noch weitgehend tabuisierten Bereich.
2008 wurde der Film bei der Berlinale in Berlin uraufgeführt. In einem Interview der Berliner Zeitung sagt Doris Dörrie: „Wenn man den anderen in seinem Schmerz sieht, darüber spricht oder auch gemeinsam schweigt, erlebt man ein anderes Gefühl der Nähe. Und wenn man im dunklen Kino ist, setzt man sich diesem Gefühl auch ganz gern aus. Nur in dem Moment, wo wir wieder öffentlich werden, tun wir es nicht. Das ist schade.“

Ihr Wirkungsfeld beschränkt sich aber nicht nur auf große Spielfilme, sondern sie dreht auch Dokumentarfilme, schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinderbücher und inszeniert erfolgreich Opern, wie „cosi fan tutte“. Dafür wurde Sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit mehreren deutschen Filmpreisen, dem Bundesverdienstkreuz und dem deutschen Bücherpreis für den Roman „Das blaue Kleid“. In diesem Roman setzt sich Doris Dörrie mit dem plötzlichen Tod Ihres Mannes auseinander.
Doris Dörrie engagiert sich aber auch ganz persönlich in der Hospizbewegung. Sie engagiert sich seit einigen Jahren für den Hospizverein „Da-Sein“ in München. Hier hat Sie die Patenschaft übernommen und unterstützt mit Lesungen und Filmvorführungen die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.

Mit dem Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands möchten wir uns für das Engagement von Frau Doris Dörrie sehr herzlich bedanken und sie bitten, sich mit ihren künstlerischen Mitteln auch in Zukunft für unsere gemeinsame Sache einzusetzen.
Einige Ausschnitte des Films Kirschblüten – Hanami können Sie im Foyer des Ordenssaals anschauen. Am Sonntag um 11.00 Uhr wird der ganze Film im Luna Lichtspieltheater in Ludwigsburg gezeigt – dazu sind Sie alle herzlich eingeladen.

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