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Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben

24.11.2016 - 09:00

Suizidalität im Alter
Benno Bolze, DHPV, moderiert die Diskussion mit Prof. Dr. Barbara Schneider, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, und Dr. Heike Gudat Keller, Leitende Ärztin HOSPIZ IM PARK, Klinik für Palliative Medizin, Arlesheim, Schweiz

Die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid durch Einzelpersonen oder Vereine wurde mit dem Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt und somit ordnungsrechtlich geregelt. Gleichwohl bleiben Fragen der Bewertung suizidalen Begehrens im Altern und in Krankheit als auch medizinisch-rechtlichen Fragen des praktischen Umgangs mit dem Sterbewunsch in der Begleitung in der letzten Lebensphase offen.

Die Fachkonsultation und (allgemeinöffentliche) Podiumsdiskussion "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben", eine Kooperationsveranstaltung von DHPV, ICEP – Berliner Institut für christliche Ethik und Politik und der Katholischen Akademie in Berlin widmete sich am 23.11.2016 diesen Fragen, stellte Schwierigkeiten im praktischen Umgang mit dem Suizidwunsch im Altern und in Krankheit heraus und wandte sich auch der Verankerung der Suizidprävention in die öffentliche Gesundheitsvorsorge zu.

In Impulsreferaten legten Expertinnen und Experten aus Ethik, Theologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Palliativmedizin, Recht und Suizidprävention ihre Standpunkte dar und diskutierten mit dem Plenum. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurden Fragen aufgegriffen, die auch nach der Verabschiedung des Gesetztes zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung weiterhin debattiert werden: Gibt es den „freiverantwortlichen“ Suizid, der als Ausdruck von Selbstbestimmung zu akzeptieren ist, oder ist es die eigene Verantwortung eines jeden sowie die des Gesetzgebers, Suizid präventiv entgegenzuwirken? Wie hoch ist die Gefahr, dass ein sozialer Druck zur Äußerung von Suizidwünschen bei langem Leiden und bei Hochbetagten entsteht? Wie steht es um die rechtlichen Verunsicherung der Ärztinnen und Ärzte über Erlaubtes und Verbotenes? Wie kann in der pflegerischen und palliativen Praxis auf Sterbewünsche so reagiert werden, dass die ihnen zugrunde liegenden Ängste abgebaut werden?

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