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EBM: Neue Leistungen der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung aufgenommen

31.08.2017 - 10:00

Zum 01.10.2017 werden mehrere neue Leistungen der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung in den EBM aufgenommen.

Einzelheiten hierzu finden Sie hier.

Ärztinnen/Ärzte können diese Leistungen abrechnen, wenn eine Genehmigung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung vorliegt. Zur Genehmigung ist notwendig, dass die Ärztin/der Arzt die Anforderungen zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung (vgl. § 87 Abs. 1b SGB V), die in der Anlage 30 zum Bundesmantelvertrag festgelegt sind, erfüllt.

Die Anträge zur Genehmigung der Teilnahme an der besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung nach § 87 Abs. 1b SGB V können bei den (meisten) Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder abgerufen werden. In den Anträgen wird hinsichtlich des Nachweises zur Kooperation mit den verschiedenen Leistungserbringern eine schriftliche Bestätigung der Kooperation verlangt. Mit der Unterschrift soll die Zusammenarbeit sowie Gewährleistung verbindlicher Absprachen zu bestimmten Aufgaben (z.B. Sicherstellung der palliativmedizinischen Versorgung während sprechstundenfreier Zeiten, an Wochenenden und Feiertagen; Regelungen zum gegenseitigen Informationsaustausch etc.) bestätigt werden.

Zum Teil werden von Leistungserbringern wie Palliativdiensten Unterschriften geleistet, obwohl zwischen dem Arzt/der Ärztin und dem Leistungserbringer zuvor keine verbindlichen Absprachen zu Art und Weise der Kooperation getroffen wurden. Der DHPV rät den Leistungserbringern davon ab, eine Kooperation ohne entsprechende (schriftliche) Vereinbarung zu bestätigen. Zum einen ist es für eine qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung der Patientin/der Patientin wichtig und notwendig, dass klare Absprachen zur Kooperation tatsächlich existieren und „gelebt“ werden; zum anderen wird gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung das Vorliegen der Voraussetzungen qualifizierten palliativmedizinischen Versorgung zur Abrechnung bestätigt, ohne dass dies tatsächlich zutrifft.

Unabhängig davon steht die besonders qualifizierte und koordinierte palliativ-medizinische Versorgung (weiterhin) in der Kritik. Beispielsweise ist die Abgrenzung zwischen der besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung und der AAPV bzw. SAPV bislang unklar.

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