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Ärztliche Beihilfe zum Suizid

11.04.2011 - 12:00

Gemeinsam mit seinem Wissenschaftlichen Beirat wird der DHPV am 9. Mai in Berlin anslässlich der aktuellen Diskussion zum ärztlich assisiterten Suizid eine öffentliche Veranstaltung "'Das sanfte Sterben' - Brauchen wir den ärztlich assistierten Suizid?" durchführen, um die damit verbundenen Fragen und Probleme mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik zu diskutieren (Link).

Auslöser der anhaltenden Diskussion war ein, in der Frankfurter Rundschau am 26.12.2010 veröffentlichtes, Interview von Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), in dem er in Aussicht stellt, dass ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung zukünftig standesrechtlich nicht mehr verfolgt werden soll. Damit soll, so Hoppe, aus Sicht der BÄK der Widerspruch aufgelöst werden, dass die ärztliche Beihilfe zum Suizid in Deutschland nicht strafbar ist, das Berufsrecht der Ärzte aber eine solche Beihilfe verbietet. Dieser Entscheidung ging eine von der BÄK beim Allensbacher Institut in Auftrag gegebene Befragung voraus, in der 30 Prozent der Ärzte eine solche Regelung befürworten würden, und löste eine bundesweit kontroverse Diskussion aus.

Am 17. Februar wurde schließlich die Neufassung der „Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung“ von der Bundesärztekammer veröffentlicht. Sie berücksichtigen die aktuelle Rechtsprechung und die Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Patientenverfügung (3. Betreuungsrechts-Änderungsgesetz 2009) und enthalten darüber hinaus eine Neuformulierung in der Präambel zur Frage des ärztlich assistierten Suizids, die nun lautet: “Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe.“ Diese Neuformulierung, aber auch die anstehenden Diskussionen über die Weiterentwicklung der „(Muster-) Berufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte“, über die voraussichtlich auf dem 114. Deutschen Ärztetag vom 31.05.-03.06.2011 entschieden wird, haben kontroverse Diskussionen über die Frage des ärztlich assistierten Suizids ausgelöst. Hospiz- und Palliativeinrichtungen haben eindeutig hierzu Stellung bezogen, indem sie die ärztliche Beihilfe zum Suizid ablehnen.

Weiterführende Links:

  • Interview mit Prof. Dr. Hoppe in der Frankfurter Rundschau am 26.12.2010 (Link)
  • Umfrageergebnisse der Bundesärztekammer (Link)
  • Pressemitteilung des DHPV vom 3.1.2011 (Link)
  • Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung vom 17. Februar 2011 (Link)
  • (Muster-) Berufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte (Link)

Weitere Stellungnahmen und Pressemitteilungen:

  • Pressemitteilung der Professoren Klie und Student (Link)
  • Gemeinsame Stellungnahme von Omega und BioSkop (Link)
  • Stellungnahme des Stuttgarter Hospiz (Link)
  • Resolution des hessischen Ärzteparlaments zum Aufbau und Erhalt einer funktionierenden Versorgung chronisch Kranker (Link)

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